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Die Open-Access-Tage 2021 werden vom 27. bis 29. September online stattfinden, organisiert vom Projekt open-access.network.
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Monday, September 27 • 14:00 - 15:30
Session #2: Community-spezifische OA-Dienste

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Zugangslink: https://tinyurl.com/4fyumt6n

Moderation: Isabella Meinecke

In diesem Raum finden nacheinander folgende Vorträge statt:

Qualitätsgesicherte Multi-Author-Blogs: Das partizipative Potenzial innovativer Publikationsformate (Evin Dalkilic, Georg Fischer, Konstantin Gast, Raffaela Kunz & Max Steinbeis)

In der deutschen Rechtswissenschaft scheint bereits die Idee von Open Access (OA) einen schweren Stand zu haben: Eine Reihe von Wissenschaftler:innen üben offen Kritik an der Idee oder bezweifeln sogar die Verfassungsmäßigkeit von Open-Access-Vorgaben oder -Richtlinien. Nichtsdestotrotz sind in den letzten Jahren innovative digitale Formate entstanden, die hochwertige rechtswissenschaftliche Inhalte OA veröffentlichen. Nennenswerte Beispiele sind der Verfassungsblog und der Völkerrechtsblog. Diese Plattformen nennen sich „Blogs“, stellen als qualitätsgesicherte Multi-Author-Blogs (QMABs) aber tatsächlich eine neue, innovative, frei verfügbare und genuin digitale Form des wissenschaftlichen Publizierens dar, die zwischen wissenschaftlichen Zeitschriften und traditionellen Medien/Presse angesiedelt ist.
In einem QMAB können Expert:innen (in der Regel Wissenschaftler:innen) tagesaktuell Ereignisse analysieren, einordnen und kommentieren. QMABs in der Rechtswissenschaft und den Geistes- und Sozialwissenschaften haben als innovatives Publikationsformat in den vergangenen Jahren eine wachsende Zahl an Autor:innen und Leser:innen hinzugewonnen. Auch die breite Öffentlichkeit nimmt zunehmend Notiz von diesen Plattformen. Gesellschaftspolitische Entwicklungen und Ereignisse sind häufig mit rechtlichen und rechtspolitischen Fragestellungen verknüpft, auf die auch Nicht-Wissenschaftler:innen Antworten suchen. Gleichzeitig haben Wissenschaftler:innen ein Interesse daran, ihre Expertise in den politischen Raum zu tragen. QMAB dienen somit nicht nur dem wissenschaftlichen Binnendiskurs, sondern ermöglichen es auch der breiten Öffentlichkeit, an Fachdiskursen teilzunehmen, etwa über die Kommentarfunktion – und all dies über staatliche Grenzen hinweg. Damit fördern QMABs nicht nur den wissenschaftlichen Austausch und öffnen Diskurse für ein breites Publikum, sondern internationalisieren diese auch. Hierin offenbaren sie ihr partizipatives und kommunikatives Potenzial, das letztlich dem wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn zugute kommt.
Noch sind QMABs „Exoten“ unter den Wissenschaftspublikationen in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Sie sind aber dabei, ihre Position in der wissenschaftlichen Community zu behaupten und werden mittlerweile breit zitiert. Auf den Open-Access-Tagen möchten wir diskutieren, ob QMABs als Ausgangspunkt dienen können, OA (auch in OA-skeptischen Disziplinen) zu etablieren und alternative und inklusivere Formen des wissenschaftlichen Austauschs zu entwickeln.

Partizipation durch Förderung nicht-kommerzieller Publikationsorte in den Wirtschaftswissenschaften ermöglichen: Die Open Library Economics (Juliane Finger)

Der Vortrag stellt das Projekt „Open Library Economics“ (OLEcon) vor, welches Partizipation durch die Förderung nicht-kommerzieller Publikationsorte ermöglicht. Die „ZBW – Leibniz Informationszentrum Wirtschaft“ unterstützt mit dem Projekt Diamant Open Access Zeitschriften in den Wirtschaftswissenschaften. Das sind solche Zeitschriften, die weder Gebühren für die Autorenschaft noch für die Leserschaft verlangen. Der Vortrag stellt Konzept und Umsetzung von OLEcon vor und geht auf eine Besonderheit bei der Fördermittelvergabe ein: die Förderung muss über ein europaweites Vergabeverfahren ausgeschrieben werden.
OLEcon ist Teil eines größeren Vorhabens zur Unterstützung der Open-Access-Transformation an der ZBW. Im Rahmen eines sogenannten Sondertatbestands erprobt die ZBW von 2020 bis 2023 neue Lizenzierungs-, Geschäfts- und Beteiligungsmodelle für Open Access. Dies erfolgt in verschiedenen Tätigkeitsfeldern und beinhaltet auch Verhandlungen mit kommerziellen Verlagen. OLEcon bildet das Gegengewicht zu den Verträgen mit kommerziellen Verlagen: Es werden nicht-kommerzielle Publikationsorte und -infrastruktur gefördert. Zielgruppe für die Förderung von OLEcon sind verlagsunabhängige Zeitschriften, die ihr Geschäftsmodell auf Open Access umstellen wollen bzw. die im Open Access gehalten werden sollen. Es gibt drei Förderelemente für die Zeitschriften. Erstens eine finanzielle Förderung als Übergangsfinanzierung, zweitens ein umfassendes Beratungs- und Serviceangebot und drittens die Vermittlung zu einer nicht-kommerziellen Publikationsplattform.
Im letzten Teil des Vortrags gehen wir auf eine Besonderheit bei der Vergabe der Fördermittel durch die ZBW ein: In einem Vergabeverfahren muss die ZBW sicherstellen, dass die Mittel für die Zeitschriften transparent, fair und wirtschaftlich vergeben werden. Wir berichten von unseren Erfahrungen mit der praktischen Umsetzung und stellen die Herausforderungen vor, die es mit sich bringt, wenn ein Verfahren, welches üblicherweise zur Vergabe von öffentlichen Aufträgen wie Bauvorhaben eingesetzt wird, auf die Vergabe von Mitteln an wissenschaftliche Zeitschriften angewendet wird.

From open access to citizen science: opening participation within the SSH disciplines through the PLACES and COESO projects (Elisabeth Ernst & Alessia Smaniotto)

The Amsterdam Call for Open Science invites further exploration of the frontiers of Open Science, suggesting this should be done in particular with regard to data sharing and to methods of opening up the scientific process to society. These suggestions come after a great deal of expertise has been achieved in open access to academic publications. Since the Amsterdam Call, Citizen Science has become a well-established domain in most of the scientific disciplines at the European level, but less is known about Citizen Science practices in the Social Sciences and Humanities (SSH), their specificity and needs, together with the diverse ways SSH researchers carry out for open themselves to participation, making a diversity of publics engaging with their methodologies. Two projects coordinated by OpenEdition Center (EHESS, France), involving SSH researchers and journalists (PLACES project) and more largely other professionals and associations (COESO project) are concrete attempts to address the issues of opening the scientific process to society and to give visibility to the specific SSH Citizen Science practices. They achieve that by encouraging and supporting participatory research and mutual learning between academics and citizens. Furthermore, they built on a major French infrastructure committed to open access to the scientific research in the SSH disciplines. The experiences from PLACES and COESO provide an insight to how open access paves the way for citizen science activities in the social sciences and humanities and how these activities can in turn greatly increase the impact of open access activities. Taking stock of them, it will be possible to highlight some aid and barriers to open participation in knowledge production. Particular attention will be given to the data sharing issue, and to the benefits of mutual learning through participatory research in the rise of scientific literacy. These experiences also provide an overview of the significance that open access and open science infrastructures of services have in supporting citizen science activities.
(Der Vortrag wird teilweise auf Deutsch und teilweise auf Englisch gehalten.)

Speakers
EE

Elisabeth Ernst

Max Weber Stiftung
Elisabeth Ernst is Digital Humanities Officer at the Max Weber Foundation and Communication Officer for OPERAS' projects. She is trained in American studies and international economics. Before joining the Max Weber Foundation – German Humanities Institutes Abroad in 2017 she has... Read More →
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Alessia Smaniotto

Project Manager, OpenEdition Center (EHESS)
Alessia SmaniottoAlessia Smaniotto develops citizen science projects for the OPERAS community and works at the École des hautes études en sciences sociales (EHESS) for OpenEdition Center, a French research unit developing a comprehensive digital publishing infrastructure at the... Read More →
JF

Juliane Finger

Open Access specialist, ZBW Leibniz Informationszentrum Wirtschaft
Dr. Juliane Finger ist Open-Access-Referentin im Sondertatbestand „Neuartige Wege für die digitale Literaturversorgung“ an der ZBW – Leibniz Informationszentrum Wirtschaft. Die Kommunikationswissenschaftlerin und Psychologin beschäftigt sich bereits seit mehreren Jahren mit... Read More →
ED

Evin Dalkilic

Verfassungsblog, Berlin
Evin Dalkilic ist Redakteurin beim Verfassungsblog und leitet das BMBF-geförderte Projekt „Offener Zugang zu Öffentlichem Recht“.
RK

Raffaela Kunz

MPI für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, Heidelberg
Raffaela Kunz ist Referentin am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht und Leiterin des DFG-geförderten Projekts „Wissenschaftsblogs als Infrastruktur für digitale Publikationen und Wissenschaftskommunikation: Ausbau des Modellprojekts 'V... Read More →


Monday September 27, 2021 14:00 - 15:30 CEST
Raum B Link zum Raum in der Sessionbeschreibung und unter "Video Stream"