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Die Open-Access-Tage 2021 werden vom 27. bis 29. September online stattfinden, organisiert vom Projekt open-access.network.
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Tuesday, September 28 • 14:00 - 15:30
Session #7: Mehrwertdienste rund um OA

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Zugangslink: https://tinyurl.com/6zff5rwy

Moderation: Philipp Zumstein

In diesem Raum finden nacheinander folgende Vorträge statt:

B!SON – Empfehlungsservice für qualitätsgesicherte Open-Access-Zeitschriften (Josephine Hartwig, Sherzod Hakimov, Anett Hoppe, Michael Wohlgemuth & Marco Tullney)

Im Rahmen der voranschreitenden Open-Access-Transformation werden immer mehr Zeitschriften in Open-Access-Formate überführt. So stieg die Zahl der im Directory of Open Access Journals (DOAJ) indexierten Zeitschriften von April 2018 bis April 2021 von 11.250 auf mehr als 16.000. Dies resultiert in starken Herausforderungen für Wissenschaftler:innen, fachlich geeignete Zeitschriften für ihre Manuskripte zu bestimmen.

Deshalb haben sich die TIB und die SLUB Dresden mit Unterstützung des DOAJ, OpenCitations und vieler nationaler Einrichtungen im BMBF-Projekt "B!SON" zum Ziel gesetzt, einen offenen, verlagsagnostischen, kostenfreien und datenschutzkonformen webbasierten Empfehlungsservice für qualitätsgesicherte Open-Access-Zeitschriften aufzubauen. Hier erhalten Nutzer:innen nach Eingabe von Titel, Abstract und/oder Literaturverzeichnis eine nach Relevanz gefilterte Liste an Open-Access-Zeitschriften, welche zu ihrem Manuskript passen. Die Suche kann mittels Filterkriterien verfeinert werden. Die Ausgabe der Empfehlungen enthält einen Steckbrief zu jeder Zeitschrift, welche die finale Auswahl durch die Wissenschaftler:innen erleichtern soll.

Zu Beginn des Projekts wurden Anforderungen an den Empfehlungsservice erhoben. Dazu wurde (a) eine Fragebogenerhebung bei Wissenschaftler:innen durchgeführt und (b) Aussagen von Spezialist:innen aus der Publikationsberatung in qualitativen Interviews gesammelt. Mehr als 850 Wissenschaftler:innen haben den Fragebogen ausgefüllt. Diese wünschten sich die Einbindung folgender Informationen in den Empfehlungsservice: (1) Auflistung der Zeitschriften-Verzeichnisse in denen die Zeitschrift gelistet ist zur Absicherung gegen Fake-Journale, (2) Kosten und Lizenzrechte (z.B. Höhe der Publikationskosten und deren Übernahme durch die Institution; Verbleib der Nutzungsrechte bei den Autor:innen), und (3) Auffindbarkeit des eigenen Artikels (DOI-Vergabe, Einbindung in Literaturdatenbanken) sowie Einfluss und Sichtbarkeit der Zeitschrift (zitationsbasierter Aufmerksamkeitswert). Seitens der Publikationsberatenden wird vor allem die Transparenz des Empfehlungsservice (Wie kommt B!SON zu den empfohlenen Zeitschriften?) und die standortspezifische Anpassung zur Einbindung der Förderkriterien hervorgehoben.

Der erste B!SON-Prototyp soll ab April 2022 zur Verfügung stehen, das vollständige System wird April 2023 live gehen. Im Fokus des Talks stehen, neben einer kurzen Vorstellung des Empfehlungsservice, die Präsentation und Diskussion der Ergebnisse der Anforderungsanalyse.

Open Knowledge Maps Custom Services: Visuelle Literatursuche für institutionelle Systeme (Peter Kraker, David Johann, Beate Guba, Andreas Ferus & Andrea Hacker)


Die Coronavirus-Pandemie hat ein Brennglas auf eine Reihe von Problemen des aktuellen wissenschaftlichen Kommunikationssystems gerichtet. Darunter ist auch die Auffindbarkeit wissenschaftlicher Erkenntnisse: mehr als 200.000 Publikationen wurden zu dem Thema in kurzer Zeit veröffentlicht. Gängige Suchmaschinen, die unstrukturierte Ergebnislisten bereitstellen, können mit dieser Wissensexplosion nicht umgehen: sie bieten weder einen Überblick über die Ergebnisse noch die erforderlichen Kontextinformationen, um die Ressourcen evaluieren zu können.
Open Knowledge Maps hat es sich zur Aufgabe gemacht, Sichtbarkeit und Auffindbarkeit wissenschaftlicher Erkenntnisse dramatisch zu erhöhen. Der gemeinnützige Verein entwickelt dafür ein offenes, visuelles und Community-gesteuertes System. Anstelle von Listen kommen Wissenslandkarten (Knowledge Maps) zum Einsatz. Wissenslandkarten bieten einen sofortigen Überblick über ein Feld, da sie die Hauptbereiche und die zu den einzelnen Bereichen gehörenden Dokumente auf einen Blick anzeigen. Mit BASE als Hauptdatenquelle baut Open Knowledge Maps auf Open Access-Infrastruktur auf und erhöht die Sichtbarkeit der darin enthaltenen Inhalte, z.B. aus institutionellen Repositorien oder aus Preprint-Archiven. Dies umfasst viele Quellen und Dokumenttypen, die von kommerziellen Produkten nicht indiziert werden.
In unserem Vortrag stellen wir das brandneue Custom-Services-Modell vor, welches gemeinsam mit der Community entwickelt wurde. Das Modell ermöglicht es Institutionen, ihre Discovery-Angebote mit visuellen Suchkomponenten von Open Knowledge Maps zu erweitern. Diese werden wahlweise als Cloud-Komponenten eingebunden oder können als Open Source-Software am eigenen Server installiert werden. Die Komponenten sind adaptierbar, einschließlich der Möglichkeit, die Datenbasis auf die eigenen Bestände zu beschränken. Jede Wissenslandkarte hat eine PID und kann wiederum in andere Websites eingebettet werden, z.B. zu Präsentations- und Disseminationszwecken. Wie alle Angebote von Open Knowledge Maps werden auch die Custom Services kostenlos und als offene Infrastruktur bereitgestellt. Um die Infrastruktur zu finanzieren und aufrechtzuerhalten, betreiben wir ein Crowdsourcing-Modell mit Fördermitgliedern. Fördermitglieder werden Teil der Governance der Organisation und sind direkt in Entscheidungsprozesse um die technische Roadmap eingebunden.

ORCID-Monitoring und OA-Kontext (Friedrich Summann, Stephanie Glagla-Dietz & Sebastian Wolf)


Für Juni 2021 ist der Produktiveinsatz des ORCID-DE-Monitors im Rahmen des DFG-Projektes ORCID DE 2 – Konsolidierung der ORCID-Informationsinfrastruktur in Deutschland geplant und versucht die Nutzung und Verbreitung der ORCID iD transparent zu begleiten und mit geeigneten Analysemethoden zu unterstützen. .
Der ORCID-DE-Monitor stellt Daten aus den Quellen der BASE-Harvesting-Umgebung mit Metadaten zu Publikationen und Datenlieferanten (mit dem Schwerpunkt Repositorien und Zeitschriftenplattformen im universitären Kontext), Crossref-Informationen, GND und orcid.org mit Bezug zur ORCID-Verwendung zusammen und speichert sie in geeigneter Weise in einem Data Store. Dieser liefert eine API, bei der Suchanfragen mit verschiedenen Optionen (Land, Quellentyp, technische Systeme) gestellt werden können. Eine system-eigene Benutzeroberfläche verwendet diese API, um eine komfortable Endnutzeroberfläche zur Verfügung zu stellen.
Eine naheliegende Möglichkeit in diesem Zusammenhang ist die Verknüpfung mit Open-Access-Informationen, wie Status und Lizenzbedingungen, die in der Datenbasis (BASE-Index, Harvesting-Ergebnisse, OA-Normalisierung, Unpaywall-Enrichment und Metadaten zu den Quellen) vorhanden sind. Daher ist es naheliegend, diese Daten in die Monitor-Infrastruktur einzubeziehen, zunächst in der Datenaufbereitung und dann auch in den Einstell- und Abfragemöglichkeiten und auf diese Weise Querverbindungen zu evaluieren und aufzeigen zu können.
Der Vortrag skizziert die Grundstruktur der ORCID-DE-Monitors, die aktuelle Implementierung und die Optionen zur Einbeziehung von Open-Access-Informationen in Datenbasis und Auswertungsmöglichkeiten. Dazu wird konkret die Benutzeroberfläche vorgestellt.

Speakers
FS

Friedrich Summann

Universitätsbibliothek Bielefeld, Deutsche Nationalbibliothek Frankfurt am Main
Friedrich Summann ist Leiter der LibTec-Abteilung (Bibliothekstechnologie und Wissensmanagement) der Universitätsbibliothek Bielefeld und arbeitet aktiv im DFG-Projekt ORCID-DE. | ORCID iD https://orcid.org/0000-0002-6297-3348
SG

Stephanie Glagla-Dietz

Deutsche Nationalbibliothek Frankfurt am Main
Stephanie Glagla-Dietz ist Geographin und wissenschaftliche Bibliothekarin und seit 2017 in der Arbeitsstelle für Standardisierung der Deutschen Nationalbibliothek als Koordinatorin für das Projekt ORCID DE tätig. Seit 2020 leitet sie eine GND-Service- und Redaktionsstelle für... Read More →
JH

Josephine Hartwig

Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, Germany
Josephine Hartwig arbeitet seit 2021 im Projekt B!SON an der SLUB Dresden. Sie beschäftigt sich unter anderem mit der Erfassung von Anforderungen an Mensch-Maschine-Schnittstellen und bibliometrischen Verfahren der Ähnlichkeitsbestimmung.
avatar for Peter Kraker

Peter Kraker

Chairman, Open Knowledge Maps
Peter Kraker is the founder and chairman of Open Knowledge Maps, a charitable non-profit dedicated to dramatically increasing the visibility of scientific knowledge for science and society alike. Peter is a member of the GO FAIR executive board, coordinator of the GO FAIR Implementation... Read More →
DJ

David Johann

ETH-Bibliothek, ETH Zürich, Schweiz
David Johann ist Leiter der Gruppe Knowledge Management und Fachreferent Geistes- und Sozialwissenschaften an der ETH-Bibliothek der ETH Zürich. In seiner Funktion an der ETH Zürich beschäftigt er sich u.a. mit Szientometrie, Open Access und den Publikationsstrategien von Fors... Read More →


Tuesday September 28, 2021 14:00 - 15:30 CEST
Raum A Link zum Raum in der Sessionbeschreibung und unter "Video Stream"