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Die Open-Access-Tage 2021 werden vom 27. bis 29. September online stattfinden, organisiert vom Projekt open-access.network.
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Tuesday, September 28 • 14:00 - 15:30
Session #8: OA in außeruniversitären Einrichtungen

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Zugangslink: https://tinyurl.com/rpkytedd

Moderation: Karin Ilg

In diesem Raum finden nacheinander folgende Vorträge statt:

Open Access - Eine Herausforderung für kleinere Bibliotheken? (Stefanie Paß, Jana Rumler & Clara Schindler)

Das Museum für Naturkunde Berlin ist ein integriertes Forschungsmuseum in der Leibniz-Gemeinschaft. Es ist ein Ort, an dem sich Wissenschaft und Gesellschaft treffen und stärkt die Wissensgesellschaft durch den freien Zugang zu Informationen und Forschungsinfrastrukturen, sowie durch die Öffnung seiner Forschung im Sinne von Open Science.
Die Bibliothek des Museums trägt dazu bei, indem sie Open Access (OA) innerhalb und außerhalb der Institution fördert. Dies ist nicht zuletzt ein Verdienst der Koordinierungsstelle für wissenschaftliches Publizieren. Die Stelle wurde 2017 in der Bibliothek eingerichtet und unterstützt bei Fragen rund um den wissenschaftlichen Publikationsprozess, beim Reporting zum wissenschaftlichen Output, beim Lizenzmanagement sowie den Transformationsverträgen und in der Erstellung bzw. Erneuerung der Open Access Leitlinie. Darüber hinaus ist die Koordinationsstelle für das Article Approving Management und die interne Koordination der Publikationskosten zuständig. All diese Aufgabenbereiche sowie die zukünftigen Aktivitäten zur Umsetzung und Förderung von Open Access in der Einrichtung, wie beispielsweise die Einrichtung eines hauseigenen Publikationsfonds, sind Herausforderungen, die in großen wissenschaftlichen Bibliotheken längst umgesetzt sind.
Dies wirft die Frage auf, wie groß die Kluft bei der Umsetzung von Open Access zwischen großen und kleinen Bibliotheken ist. Was sind die größten Hindernisse, mit denen kleinere Einrichtungen wie Spezial- und Museumsbibliotheken konfrontiert sind? Gibt es Best Practices, die in anderen Einrichtungen übernommen werden könnten? Um dies herauszufinden, wurde im Frühjahr 2021 eine Umfrage unter Museumsbibliotheken durchgeführt, deren Ergebnisse bei den Open Access Tagen 2021 vorgestellt werden.
Wir hoffen aus den Ergebnissen heraus Möglichkeiten zu identifizieren, um die Kluft zwischen den verschiedenen Bibliotheken zu verringern und im besten Fall Strukturen zu schaffen, die kleineren Bibliotheken helfen, Open Access und Open Science in ihren Einrichtungen zu fördern.

Alternativen zu Read&Publish-Verträgen: Zur Umsetzung von Open Access an pädagogischen und Fachhochschulen (Simone Rosenkranz)

Die Publikationslandschaft an PHs und FHs ist heterogen und unterscheidet sich von jener der Universitäten: Neben internationalen Journals spielen landessprachliche, anwendungsorientierte Fachzeitschriften eine wichtige Rolle. Eine Publikationsanalyse, die im Rahmen des Projektes OA-EASI (Open Access for Educational and Applied Sciences) durchgeführt wurde, hat gezeigt, dass unter den Journals, bei denen Autoren*innen aus FHs und PHs am häufigsten publizieren, praxisorientierte Publikationsorgane in den Landessprachen die grosse Mehrheit ausmachen. Diese Zeitschriften und Verlage stehen jedoch nicht im Fokus der nationalen und internationalen Bemühungen um Open Access. Es zeigt sich also, dass im Unterschied zu den Universitäten konsortiale Read & Publish-Agreements für die FHs und PHs einen vergleichsweise geringen Teil der Publikationslandschaft abdecken.
Im Vortrag werden die Ergebnisse des im Sommer 2021 abgeschlossenen Projektes OA-EASI vorgestellt: Neben der breit angelegten Publikationsanalyse mit mehr als 17'000 Publikationen von FHs und PHs (2017-2019) und den Resultaten aus 10 Experteninterviews werden Erfahrungen diskutiert, die bei der Beratung zweier Zeitschriften aus dem genannten Bereich in Hinblick auf eine Transformation zu Open Access gemacht werden konnten.
Zudem werden Überlegungen angestellt, wie Open Access im Kontext von FHs und PHs gezielter gefördert werden kann:
Welche Open Access-Modelle eignen sich für diese tendenziell praxisorientierten Publikationen?
Wie kann die Transformation von Zeitschriften hin zu Open Access finanziert werden?
Welche Unterstützungsmassnamen braucht es bei einer solchen Umstellung?
Für Finanzierungen von Flippings/Gold OA könnten ähnliche konsortiale Modelle in Frage kommen wie sie im Rahmen der Read&Publish-Agreements ausgearbeitet wurden. Bei Publikationen, die sich vornehmlich an eine nichtakademische Leserschaft wenden, könnte der Grüne Weg eine effiziente Alternative zur vollen Transformation sein. Ergänzend dazu verlangen Supportangebote für Verlage und Herausgeber*innen hinsichtlich Infrastruktur und rechtlicher Grundlagen besondere Aufmerksamkeit.

Open Access: Diversität oder Chancenungleichheit? (Verena Halbherr & Nadine Reimer)

Hintergrund: Open-Access-Publizieren verändert die Publikationslandschaft. Erhöhte potentielle Sichtbarkeit, Wettbewerbsfähigkeit und beschleunigter Austausch von Forschungsergebnissen sind nur einige von vielen Vorteilen. Hier stellt sich die Frage, ob von diesem Wandel der Publikationslandschaft bestimmte Personengruppen unterschiedlich stark profitieren. Die Analyse von Open-Access-Publikationen und der benötigten Infrastruktur für Open Access lassen die Frage aufkommen, ob es einen Gender-Open-Access-Publication-Gap gibt.

Methodik: Im Rahmen der empirischen Erhebungen des vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg geförderten Projekts „Implementierung von Open Access an HAWen und PHen in Baden-Württemberg“ (Befragung von 563 Wissenschaftler:innen aus 11 Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) und Pädagogischen Hochschulen (PH) im Herbst 2020) zeigte sich, dass sich die Quantität von Publikationen, auch von Open-Access-Publikationen, zwischen den Geschlechtern an HAWen und PHen unterscheidet.

Ergebnisse: Näher beleuchtet werden die Fragen, ob die Unterschiede in der Häufigkeit der OA-Publikationen durch Faktoren wie Fachbereich, Erwerbsumfang (Vollzeit vs. Teilzeit), berufliche Stellung (Professor:in vs. Wissenschaftliche:r Mitarbeiter:in), Alter und Hochschultyp erklärt werden können, oder ob das Geschlecht im Publikationsverhalten eine Rolle spielt. Darüber hinaus werden weitere „weiche“ Faktoren wie die Motivation zu publizieren, Motivation OA zu publizieren, Hemmnisse, Wahrnehmung von Vorteilen und Nachteilen der OA-Publikationen untersucht und Unterschiede zwischen den Geschlechtern dargestellt.

Diskussion: Es gibt Unterschiede in der Häufigkeit der OA-Publikationen und in den „weichen Faktoren“. Profitieren die Geschlechter unterschiedlich stark von dem Trend hin zu mehr Open-Access-Publikationen? Sind diese Ergebnisse auch für universitäre Forschung gültig oder eine Besonderheit der HAWen und PHen?

Speakers
DV

Dr. Verena R. Halbherr

Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen, Germany
Dr. Verena Halbherr- Wissenschaftliche Mitarbeiterin -HfWU- Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen
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Stefanie Paß

Coordination Office for Scientific Publishing, Museum für Naturkunde - Leibniz Institute for Evolution and Biodiversity Science, Germany
Stefanie Paß teilt sich mit Jana Rumler die Koordinierungsstelle zum wissenschaftlichen Publizieren am Museum für Naturkunde Berlin. Der Fokus ihrer Arbeit liegt, neben der Beratung zum wissenschftlichen Publizieren, auf der startegischen Weiterentwicklung der Stelle sowie dem Aufbau... Read More →
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Jana Rumler

Coordination Office for Scientific Publishing, Museum für Naturkunde - Leibniz Institute for Evolution and Biodiversity Science, Germany
Jana Rumler teilt sich mit Stefanie Paß die Koordinierungsstelle zum wissenschaftlichen Publizieren am Museum für Naturkunde Berlin. Der Fokus ihrer Arbeit liegt, neben der Beratung zum wissenschftlichen Publizieren, auf der startegischen Weiterentwicklung der Stelle sowie dem Aufbau... Read More →
CS

Clara Schindler

Museum für Naturkunde - Leibniz Institute for Evolution and Biodiversity Science, Germany
Clara Schindler kompletiert das Team um Stefanie Paß und Jana Rumler als studentische Hilfskraft. Der Fokus ihrer Arbeit liegt, neben der Beratung zum wissenschftlichen Publizieren, auf der startegischen Weiterentwicklung der Stelle sowie dem Aufbau von Open Access-Infrastrukturen... Read More →
SR

Simone Rosenkranz

Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern, Switzerland


Tuesday September 28, 2021 14:00 - 15:30 CEST
Raum B Link zum Raum in der Sessionbeschreibung und unter "Video Stream"